F Fambook Fambook laden

Haushalten, wenn jeden Monat etwas anderes reinkommt

Ratschläge für ein festes Gehalt gehen bei Selbstständigkeit, Provision oder Schichtzulagen sofort kaputt. Wie du dein Budget an deinen Ausgaben und an deinen schwachen Monaten ausrichtest statt an einem Durchschnitt.

Fast alles, was über Haushaltsbücher geschrieben wird, setzt einen festen Betrag am Monatsanfang voraus. Gehalt kommt am 28., Miete geht am 1. ab, dazwischen wird geplant. Wenn du selbstständig bist, auf Provision arbeitest, Schichtzulagen bekommst oder in einer Branche mit Saison arbeitest, ist dieser Satz schon der erste Fehler.

Bei schwankendem Einkommen ist der Monat die falsche Einheit. Ein guter März sagt nichts über den April, und der Durchschnitt aus beiden landet nie auf deinem Konto.

Fang bei den Ausgaben an, nicht bei den Einnahmen

Wenn die Einnahmenseite unzuverlässig ist, ist die Ausgabenseite dein stabiler Boden. Die Miete ist jeden Monat gleich, der Beitrag zur Krankenkasse auch, Strom, Versicherungen, Mobilfunk und die Kita ändern sich höchstens einmal im Jahr.

Die wichtigste Zahl bei schwankendem Einkommen ist deshalb nicht dein Durchschnittsverdienst, sondern deine Untergrenze: der Betrag, den ein Monat mindestens kostet, wenn nichts Besonderes passiert. Alles, was per Dauerauftrag oder Lastschrift abgeht, plus Einkauf, plus Fahrtkosten. Diese Zahl kannst du in einer halben Stunde aus drei Kontoauszügen ziehen, und sie ändert sich selten.

Sobald du sie kennst, bekommt jeder Auftrag, jede Schicht und jede Rechnung eine verständliche Bedeutung. Nicht mehr: Ist das viel oder wenig. Sondern: Wie viele Monatsböden deckt das ab.

Der gute Monat gehört nicht dem guten Monat

Das eigentliche Problem bei schwankendem Einkommen sind nicht die schlechten Monate. Es sind die guten. Wenn im Juni ungewöhnlich viel hereinkommt, wirkt der Kontostand entspannt, und Ausgaben, die aufgeschoben waren, werden endlich gemacht. Im August ist Flaute, und der Juni ist längst aufgebraucht.

Viele Selbstständige lösen das, indem sie sich selbst ein Gehalt zahlen: Alle Einnahmen laufen auf ein Konto, und von dort geht per Dauerauftrag jeden Monat derselbe Betrag auf das Girokonto, von dem der Haushalt lebt. Der Betrag orientiert sich an der Untergrenze plus einem Aufschlag für den normalen Alltag, nicht am besten Monat.

Das kostet etwas: Du hast im guten Monat weniger Geld zur Verfügung, als eigentlich da ist, und das fühlt sich künstlich an. Dafür gleicht sich das Auf und Ab nicht mehr auf deinem Küchentisch aus, sondern auf dem Konto.

Die Rechnungen, die nicht monatlich kommen

Bei schwankendem Einkommen sind die unregelmäßigen Posten doppelt gefährlich, weil sie sich nicht danach richten, ob der Monat gut lief. Ein paar davon trifft es fast jeden Haushalt:

Wenn du diese Posten im Buch stehen hast, verlieren sie ihren Schrecken. Nicht weil sie kleiner werden, sondern weil du beim Blick auf den nächsten Monat siehst, dass sie kommen.

Wie ein Monat aussehen kann, in dem wenig kommt

Es hilft, vorher zu wissen, was in einem schwachen Monat als Erstes wegfällt, statt in dem Moment zu entscheiden, in dem man ohnehin angespannt ist. Viele Haushalte legen eine grobe Reihenfolge fest: zuerst die Anschaffungen, die warten können, dann Essen außer Haus und Lieferdienst, dann die planbaren Freizeitausgaben.

Diese Liste ist keine Verzichtsübung und kein Punktesystem. Sie soll dir nur die Entscheidung abnehmen, wenn du gerade schlecht darin bist, Entscheidungen zu treffen. Was auf keinen Fall dazu gehört, ist die Erfassung selbst. Gerade in engen Monaten ist es wertvoll zu wissen, wohin das wenige gegangen ist.

Was ein Jahr dir zeigt, das ein Monat nicht kann

Bei schwankendem Einkommen brauchst du längere Zeiträume, um überhaupt etwas zu erkennen. Nach zwölf Monaten siehst du, welche Monate bei dir regelmäßig schwach sind, ob der Sommer oder der Jahresanfang das Loch ist, und wie viel dein Haushalt tatsächlich pro Jahr braucht.

Das ist die Zahl, mit der du arbeiten kannst. Nicht ein Monatsbudget, das jeden Monat neu scheitert, sondern ein Jahresbedarf und ein Monatsboden. Und wenn ein Monat aus der Reihe fällt, ist das dann keine Störung mehr, sondern der erwartete Normalfall in einem Jahr, das eben so aussieht.

Häufige Fragen

Wie plane ich ein Budget, wenn ich kein festes Gehalt habe?

Statt vom Einkommen auszugehen, bestimmst du zuerst deine Untergrenze: alle Fixkosten plus laufender Bedarf, also der Betrag, den ein ruhiger Monat mindestens kostet. Diese Zahl ist stabil, auch wenn deine Einnahmen es nicht sind. Danach zählt nicht, ob ein Monat gut war, sondern wie viele solcher Monatsböden deine Einnahmen abdecken.

Soll ich mit dem Durchschnitt meiner Einnahmen rechnen?

Nur als grobe Orientierung fürs Jahr, nicht für die Monatsplanung. Der Durchschnitt beschreibt einen Monat, den es bei dir nie gibt, und er verdeckt genau die schwachen Monate, für die du planen musst. Sinnvoller ist, den schwächsten Monat der letzten zwölf als Vergleichswert zu nehmen und zu prüfen, ob deine Fixkosten in einem solchen Monat gedeckt wären.

Wie erfasse ich Umsatzsteuer und Steuervorauszahlungen im Haushaltsbuch?

Am besten gar nicht als Haushaltsausgabe, sondern getrennt vom privaten Buch. Diese Beträge sind durchlaufende Posten und gehören nicht zu deinem verfügbaren Geld, auch wenn sie eine Zeit lang auf deinem Konto liegen. Wenn du sie unter den privaten Ausgaben führst, sieht dein Monat teurer aus als er war und deine Einnahmen größer als sie sind.

Was mache ich in einem Monat, in dem fast nichts hereinkommt?

Am wenigsten Stress macht es, die Reihenfolge vorher festzulegen, in der Ausgaben wegfallen, statt sie im schwachen Monat neu zu verhandeln. Meist stehen Anschaffungen ganz oben auf der Streichliste, dann Essen außer Haus, dann planbare Freizeit. Was nicht wegfallen sollte, ist das Erfassen selbst, weil du gerade in solchen Monaten am meisten davon hast, die Zahlen zu sehen.

Nimm dir einen Monat

Fambook gibt einem Haushalt ein gemeinsames Buch: Jeder trägt in Sekunden etwas ein, an jeder Buchung steht, wer es war, und der Monat summiert sich an einer Stelle statt an zweien. Es schreibt ohne Netz und synchronisiert danach. Buchen, Kategorien, Budgets, Auswertungen, CSV-Import und -Export, Synchronisierung und das Teilen zu zweit sind kostenlos — das Abo kauft dir nur weniger Tipparbeit.

Im App Store laden

Verwandte Texte

Alle Texte