F Fambook Fambook laden

Funktioniert die 50-30-20-Regel für eine Familie?

Die Regel klingt aufgeräumt, bis du die Warmmiete einträgst. Woher sie kommt, warum die fünfzig Prozent für Fixkosten als Erstes brechen und was von ihr trotzdem brauchbar bleibt.

Die Regel ist schnell erklärt: die Hälfte deines Nettoeinkommens für das Notwendige, dreißig Prozent für alles, was das Leben angenehm macht, zwanzig Prozent zum Zurücklegen. Drei Zahlen, keine Tabelle, kein Aufwand.

Und dann setzt du dich hin, rechnest Warmmiete, Strom, Kita-Beitrag, Versicherungen und den Wocheneinkauf zusammen, und die Hälfte ist schon vorbei, bevor irgendjemand etwas Schönes gemacht hat. Ab hier fragen sich die meisten, ob sie etwas falsch machen. Tun sie meistens nicht.

Woher die Regel kommt

Die Aufteilung stammt aus einem populären Ratgeberbuch und wurde als einfache Faustformel gedacht, nicht als Ergebnis einer Untersuchung. Sie ist ein Denkrahmen, kein Beleg. Das ist wichtig, weil sie oft so zitiert wird, als wäre sie eine gemessene Norm, an der man sich messen müsste. Sie ist eine Sortierhilfe, die jemand einmal aufgeschrieben hat, weil drei Töpfe leichter zu merken sind als zwanzig.

Als Sortierhilfe ist sie gar nicht schlecht. Als Zielvorgabe für einen Haushalt mit Kindern in einer teuren Stadt ist sie meistens unerreichbar, und das sagt nichts über den Haushalt aus.

Warum der Fixkostenteil zuerst bricht

Der Anteil, der für Notwendiges vorgesehen ist, muss bei einer Familie sehr viel mehr tragen als bei einer Einzelperson. Wohnen ist der größte Brocken, aber längst nicht der einzige.

Wenn du diese Posten ehrlich zusammenrechnest, kommen viele Familien deutlich über die Hälfte, in teuren Wohnlagen sogar weit darüber. Damit ist die Regel in ihrer ursprünglichen Form für sie nicht anwendbar. Sie deshalb wegzuwerfen wäre trotzdem schade, denn der schwierige Teil an ihr ist nicht die Zahl, sondern die Zuordnung.

Die eigentliche Arbeit ist das Sortieren

Was ist notwendig und was ist Wunsch? Die Regel tut so, als wäre das eindeutig. In der Praxis liegt der halbe Haushalt in der Grauzone. Das Auto ist auf dem Dorf notwendig und in der Innenstadt oft nicht. Der Sportverein des Kindes steht formal unter Freizeit und fühlt sich an wie eine Pflicht. Das Mittagessen in der Kantine ist Ernährung, aber teurer als das Brot von zuhause.

Es gibt keine richtige Antwort auf diese Fragen, aber es gibt eine nützliche: Notwendig ist, was du nicht innerhalb eines Monats abstellen könntest, wenn du wolltest. Die Miete kannst du nicht kurzfristig ändern, den Lieferdienst schon. Das macht aus einer moralischen Frage eine praktische, und praktische Fragen lassen sich beantworten.

Diese Definition hat eine Nebenwirkung: Manches, was sich nach Luxus anfühlt, landet unter notwendig, weil ein Vertrag dahintersteht. Das ist unangenehm zu sehen und gleichzeitig genau die Information, die du haben wolltest.

Eine Variante, die für Familien besser trägt

Statt drei Töpfen mit festen Prozentwerten arbeiten viele Haushalte lieber mit drei Fragen, die ohne Zielzahl auskommen.

  1. Wie viel geht jeden Monat automatisch ab, per Dauerauftrag oder Lastschrift, ohne dass jemand eine Entscheidung trifft?
  2. Wie viel geht für den laufenden Bedarf drauf, also Einkauf, Tanken, Apotheke, Sachen für die Kinder?
  3. Was bleibt danach übrig, und wie stabil ist dieser Rest über mehrere Monate?

Die erste Zahl ist die interessanteste, weil sie zeigt, wie wenig Spielraum ein Monat wirklich hat. Die dritte ist die ehrlichste, weil sie in Monaten mit Nebenkostenabrechnung oder Versicherungsjahresbeitrag zusammenbricht und dir damit sagt, dass es diese Monate gibt.

Wenn nach den Fixkosten kaum etwas übrig bleibt

Dann bringt es nichts, sich an einer Prozentzahl abzuarbeiten, die für eine andere Lebenssituation gedacht war. Was in dieser Lage tatsächlich weiterhilft, ist eine genaue Liste der automatischen Abbuchungen. Fast jeder Haushalt findet dort mindestens einen Posten, an den seit Jahren niemand mehr gedacht hat, ein Abo, eine doppelte Versicherung, einen Vertrag mit einem alten Tarif.

Und es hilft zu wissen, dass die unregelmäßigen großen Rechnungen keine Katastrophen sind, sondern Termine. Nebenkostenabrechnung, Jahresbeiträge, Reparaturen: Wenn sie im Buch stehen, kannst du sehen, wann sie kommen und wie hoch sie zuletzt waren.

Die 50-30-20-Regel ist am nützlichsten, wenn du sie als Frage liest statt als Vorgabe. Nicht: Halte ich die Quote ein. Sondern: Wie viel von meinem Monat ist schon vergeben, bevor ich morgens aufstehe. Diese Zahl kannst du ermitteln, ohne dich mit irgendwem zu vergleichen.

Häufige Fragen

Ist die 50-30-20-Regel wissenschaftlich belegt?

Nein. Sie stammt aus einem populären Ratgeberbuch und war als leicht merkbare Faustformel gemeint, nicht als Ergebnis einer Untersuchung. Das macht sie nicht wertlos, aber es heißt, dass du sie nicht als Maßstab nehmen musst. Wenn deine Aufteilung anders aussieht, ist deine Situation anders, nicht dein Haushalten falsch.

Zählt der Kita-Beitrag zu den notwendigen Ausgaben?

In der Regel ja, weil er an einen Vertrag gebunden ist und sich nicht kurzfristig ändern lässt. Eine brauchbare Faustregel für die Zuordnung lautet: notwendig ist, was du innerhalb eines Monats nicht abstellen könntest, selbst wenn du wolltest. Damit landen Betreuung, Miete und Versicherungen dort, der Lieferdienst dagegen nicht.

Was mache ich, wenn die Fixkosten deutlich über der Hälfte liegen?

Das ist bei Familien in teuren Wohnlagen der Normalfall und kein Zeichen für schlechtes Wirtschaften. Statt an der Quote zu arbeiten, ist es meist ergiebiger, alle automatischen Abbuchungen einmal komplett aufzulisten. Dort finden sich fast immer Verträge, die niemand mehr auf dem Schirm hatte, und genau die kannst du überhaupt beeinflussen.

Wie ordne ich unregelmäßige Rechnungen wie die Nebenkostenabrechnung ein?

Am ehesten als Wohnkosten, aber nicht im Monat der Zahlung allein betrachtet. Solche Rechnungen kommen einmal im Jahr und würden jeden Monatsvergleich zerstören, wenn du sie einfach dazurechnest. Praktischer ist, sie im Buch getrennt sichtbar zu halten, damit du beim Blick auf den Monat weißt, warum er aus der Reihe fällt.

Nimm dir einen Monat

Fambook gibt einem Haushalt ein gemeinsames Buch: Jeder trägt in Sekunden etwas ein, an jeder Buchung steht, wer es war, und der Monat summiert sich an einer Stelle statt an zweien. Es schreibt ohne Netz und synchronisiert danach. Buchen, Kategorien, Budgets, Auswertungen, CSV-Import und -Export, Synchronisierung und das Teilen zu zweit sind kostenlos — das Abo kauft dir nur weniger Tipparbeit.

Im App Store laden

Verwandte Texte

Alle Texte