F Fambook Fambook laden

Gemeinschaftskonto oder getrennte Konten: was macht weniger Arbeit?

Meistens wird die Frage als Vertrauensfrage diskutiert. Als Frage nach der Verkabelung hat sie klarere Antworten, denn jede Kontostruktur verliert andere Buchungen aus dem Blick.

Wenn Paare über Konten reden, reden sie fast immer über Vertrauen. Ein gemeinsames Girokonto gilt als Zeichen dafür, dass man zusammengehört, getrennte Konten als Zeichen von Eigenständigkeit, und beide Seiten haben da ihre Geschichten.

Es gibt aber noch eine zweite Frage, die viel leichter zu beantworten ist: Welche Struktur macht am wenigsten Arbeit, wenn ihr wissen wollt, wohin euer Geld geht? Denn jedes Modell verliert etwas, nur eben nicht dasselbe.

Alles über ein Gemeinschaftskonto

Gehalt geht auf das gemeinsame Girokonto, alles wird von dort bezahlt, jeder hat eine Karte. Miete, Nebenkosten, Strom, Versicherungen laufen als Dauerauftrag oder Lastschrift ab diesem Konto.

Für die Erfassung ist das die bequemste Variante. Es gibt eine Kontobewegungsliste, in der alles steht, und wenn ihr abgleichen wollt, ob euer Buch vollständig ist, müsst ihr nur einen Umsatzverlauf durchgehen. Auslagen gibt es nicht, Verrechnungen zwischen euch auch nicht.

Was verloren geht, ist die Privatsphäre bei kleinen Dingen. Jedes Geschenk füreinander steht mit Betrag und Händler im Umsatz. Manche Paare stört das kein bisschen, andere sehr. Und es geht die klare Trennung verloren, die praktisch wird, wenn einer von euch selbstständig ist und Belege für die Steuererklärung auseinandersortieren muss.

Zwei getrennte Konten

Jeder hat sein eigenes Girokonto, jeder zahlt bestimmte gemeinsame Kosten, und was am Ende schief liegt, wird ausgeglichen. Zum Beispiel zahlt einer die Miete, der andere Strom, Versicherungen und den Großteil des Einkaufs.

Der Vorteil liegt auf der Hand: volle Eigenständigkeit, keine Erklärungen. Der Nachteil ist die Nacharbeit. Um zu sehen, was der Haushalt insgesamt gekostet hat, muss jemand zwei Umsatzlisten zusammenführen und dabei die privaten Posten herausrechnen. Das ist genau die Aufgabe, die man einmal im Monat vor sich herschiebt, bis drei Monate offen sind.

Dazu kommt eine unauffällige Fehlerquelle: gemeinsame Ausgaben, die spontan mit dem eigenen Konto bezahlt wurden. Die Bohrmaschine, das Ersatzteil, der Kindergeburtstagskuchen. Wenn diese Beträge nicht sofort notiert werden, verschwinden sie, und die Person, die sie ausgelegt hat, merkt es meistens erst, wenn sie sich schon geärgert hat.

Das Dreikontenmodell

Zwei private Girokonten und dazu ein Gemeinschaftskonto. Auf das gemeinsame Konto überweist jeder monatlich per Dauerauftrag seinen Anteil, und alle gemeinsamen Kosten laufen ausschließlich von dort. Was auf den privaten Konten bleibt, gehört jedem selbst.

Das ist die Variante, die am wenigsten Buchungen verliert, weil sie eine harte Regel mitliefert: Was gemeinsam ist, wird vom gemeinsamen Konto bezahlt. Damit ist die Frage, ob eine Ausgabe ins gemeinsame Buch gehört, nicht mehr Auslegungssache, sondern eine Frage danach, welche Karte in der Hand war.

Der Preis: Ihr müsst den monatlichen Betrag festlegen und ihn anpassen, wenn sich etwas ändert. Und ihr braucht einen Plan für die Monate, in denen das gemeinsame Konto nicht reicht, etwa wenn die Nebenkostenabrechnung eine Nachzahlung bringt oder die Autoversicherung fällig wird. Viele Haushalte halten deshalb auf dem gemeinsamen Konto einen Puffer und stocken ihn einmal im Jahr auf.

Was jede Struktur unsichtbar macht

Wenn dein Buch am Monatsende nicht zum Kontostand passt, liegt die Ursache fast immer an einer dieser Stellen:

Das dritte Muster ist besonders tückisch, weil es sich nicht gleichmäßig verteilt. Es häuft sich am Monatsende und macht damit genau die Wochen unsichtbar, in denen es eng war.

Womit du anfangen kannst

Wenn ihr schon eine Struktur habt und sie funktioniert, gibt es keinen Grund, sie wegen der Buchführung zu ändern. Es reicht, die Lücke zu kennen, die zu eurer Struktur gehört, und einmal im Monat gezielt dort nachzusehen.

Wenn ihr gerade zusammenzieht und noch nichts festgelegt habt, ist das Dreikontenmodell für die meisten der ruhigste Kompromiss: Es beantwortet die Frage nach der Zuordnung automatisch, ohne dass jemand seine Selbstständigkeit aufgeben muss. Ein Gemeinschaftskonto für alles ist die einfachste Variante überhaupt, wenn ihr die Sichtbarkeit nicht stört. Zwei völlig getrennte Konten sind gut fürs Gefühl und die meiste Arbeit im Alltag, und wer sie wählt, sollte den monatlichen Ausgleich fest einplanen statt darauf zu hoffen, dass er sich schon ergibt.

Was ihr auch wählt, es ist keine Entscheidung fürs Leben. Ein zusätzliches Girokonto zu eröffnen dauert heute nicht lange, und die Struktur zu wechseln kostet vor allem, dass ihr Daueraufträge und Lastschriften umziehen müsst. Es lohnt sich, das an einem ruhigen Wochenende zu machen und nicht zwischen Tür und Angel, denn eine vergessene Lastschrift auf dem alten Konto meldet sich zuverlässig zurück.

Häufige Fragen

Welche Kontostruktur ist für ein Haushaltsbuch am einfachsten?

Ein Gemeinschaftskonto, über das alles läuft, weil es genau eine Umsatzliste gibt und keine Auslagen zwischen euch entstehen. Fast genauso gut ist das Dreikontenmodell, bei dem gemeinsame Kosten ausschließlich vom gemeinsamen Konto gezahlt werden. Am meisten Nacharbeit machen zwei völlig getrennte Konten, weil jemand die beiden Umsatzlisten zusammenführen und private Posten herausrechnen muss.

Wie viel sollten wir monatlich auf das Gemeinschaftskonto überweisen?

Nimm als Ausgangspunkt die Summe der gemeinsamen Kosten aus den letzten drei bis sechs Monaten und rechne die jährlichen Posten anteilig dazu, also Versicherungen, mögliche Nachzahlungen und Reparaturen. Wenn du nur die laufenden Monatskosten überweist, ist das Konto in jedem Monat mit einer Jahresrechnung knapp, und genau dann werden Ausgaben wieder über die privaten Karten bezahlt.

Wir haben getrennte Konten. Wie verlieren wir keine gemeinsamen Ausgaben?

Die Ausgaben verschwinden nicht beim Bezahlen, sondern beim Vergessen zwischen Bezahlen und Ausgleich. Was zuverlässig funktioniert, ist die Ausgabe im selben Moment zu notieren, in dem die Karte im Terminal steckt. Ein fester Ausgleichstermin im Monat hilft zusätzlich, weil dann klar ist, bis wann etwas gemeldet sein muss, damit es noch mitzählt.

Lohnt sich ein Gemeinschaftskonto, wenn einer selbstständig ist?

Für den gemeinsamen Haushalt ja, für das Geschäftliche nicht. Selbstständige führen ihre Einnahmen und Ausgaben ohnehin besser über ein eigenes Konto, damit die Belege für die Steuererklärung nicht mit dem Wocheneinkauf vermischt sind. Die übliche Lösung ist ein Konto fürs Geschäft, ein privates Konto und ein gemeinsames Konto für den Haushalt.

Nimm dir einen Monat

Fambook gibt einem Haushalt ein gemeinsames Buch: Jeder trägt in Sekunden etwas ein, an jeder Buchung steht, wer es war, und der Monat summiert sich an einer Stelle statt an zweien. Es schreibt ohne Netz und synchronisiert danach. Buchen, Kategorien, Budgets, Auswertungen, CSV-Import und -Export, Synchronisierung und das Teilen zu zweit sind kostenlos — das Abo kauft dir nur weniger Tipparbeit.

Im App Store laden

Verwandte Texte

Alle Texte