Abos und Familientarife eintragen, ohne den Überblick zu verlieren
Eine Karte zahlt, mehrere Leute nutzen es, ein Teil davon wohnt gar nicht bei dir, und die Hälfte verlängert sich einmal im Jahr. So werden Abos im Haushaltsbuch zu einer Zahl, die wirklich stimmt.
Auf dem Girokonto steht eine Reihe kleiner Lastschriften, die jeden Monat wiederkommen. Musik, Streaming, Cloudspeicher, ein Fitnessstudio, der Sportverein der Kinder, die Familienkarte beim Handyvertrag. Einzeln fällt keine davon auf. Zusammen sind sie oft der Posten, bei dem beim Blick auf das Jahr die größte Überraschung wartet.
Das liegt nicht an Nachlässigkeit. Abos sind so gebaut, dass sie unsichtbar werden. Genau deshalb sind sie im Haushaltsbuch ein eigener Fall und nicht einfach eine Kategorie mehr.
Warum Abos im Haushaltsbuch untergehen
Ein Wocheneinkauf ist eine Entscheidung. Du stehst an der Kasse, du siehst den Betrag, du hast einen Bon in der Hand. Eine Lastschrift ist keine Entscheidung. Sie wurde einmal getroffen, vielleicht vor zwei Jahren, und danach passiert sie einfach. Es gibt keinen Moment, in dem du sie neu bewertest.
Dazu kommt der Rhythmus. Manche Abos werden monatlich abgebucht, andere im Quartal, wieder andere einmal im Jahr. Wenn du drei Monate Haushaltsbuch ansiehst, kommen die jährlichen darin gar nicht vor. Der Vereinsbeitrag, die Versicherung für das Fahrrad, das Jahresabo einer Zeitschrift, die Verlängerung eines Speicherplatzes: alles Beträge, die genau in den Monaten fällig werden, die du gerade nicht anschaust.
Einmal alles zusammentragen
Der Aufwand für diese Bestandsaufnahme fällt einmal an, danach ist er erledigt. Du brauchst dafür die Kontoumsätze eines ganzen Jahres, nicht nur der letzten Wochen, weil sonst die jährlichen Posten wieder fehlen. Die meisten Banken lassen dich im Onlinebanking nach wiederkehrenden Buchungen filtern oder zumindest nach Empfänger sortieren.
- Auf dem Girokonto findest du alles, was per Lastschrift oder Dauerauftrag läuft, also Verein, Versicherung, Rundfunkbeitrag, oft auch den Handyvertrag.
- Auf der Kreditkartenabrechnung stehen die Dienste, die im Ausland sitzen, und die tauchen auf dem Girokonto nur als eine Sammelbuchung auf.
- In den Abo-Einstellungen deines Handys liegen die Verlängerungen, die über den App-Store laufen und deshalb auf keiner Rechnung mit klarem Namen erscheinen.
- Und dann gibt es die Abos, die über das Konto deines Partners oder deiner Partnerin laufen, die ihr aber beide nutzt.
Am Ende hast du eine Liste. Sie ist meistens länger als erwartet, und das ist kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Es ist nur der erste Moment, in dem alles gleichzeitig sichtbar ist.
Rechne alles auf ein Jahr um
Monatsbeträge sind schwer zu vergleichen, weil sie alle klein aussehen. Neun Euro im Monat, sieben Euro im Monat, zwölf Euro im Monat, das klingt jedes Mal nach nichts. Mal zwölf gerechnet sieht dieselbe Liste völlig anders aus. Umgekehrt gilt dasselbe: Ein Jahresbeitrag von hundertzwanzig Euro wirkt beim Abbuchen groß, ist im Monatsschnitt aber klein.
Deshalb ist die Jahressumme die ehrlichere Zahl. Sie beantwortet die einzige Frage, die hier zählt: Was kostet uns dieser Dienst über ein ganzes Jahr, und ist er uns das wert? Diese Frage kannst du für jede Zeile einzeln beantworten, und bei den meisten wird die Antwort ja sein.
Familientarife: wenn andere mitzahlen
Der Familientarif ist der Punkt, an dem es unübersichtlich wird. Eine Karte zahlt für sechs Plätze, aber zwei davon nutzt deine Schwester und einen deine Eltern. Sie überweisen dir ihren Anteil, mal pünktlich, mal drei Monate später, mal gar nicht, weil es alle vergessen haben.
Dafür gibt es zwei brauchbare Wege. Der erste: Du trägst nur deinen eigenen Anteil ein, also den Betrag, der am Ende wirklich bei dir hängen bleibt. Das ist schnell und dein Haushaltsbuch bleibt sauber. Der Preis dafür ist, dass du nicht mehr siehst, wenn jemand aufhört zu zahlen. Der Fehlbetrag verschwindet einfach in einer Zahl, die du für richtig hältst.
Der zweite Weg: Du trägst den vollen Betrag als Ausgabe ein und jede Rückzahlung, die reinkommt, als Gutschrift auf dieselbe Kategorie. Das kostet ein paar Einträge mehr im Monat. Dafür siehst du jederzeit, wie viel offen ist, und du merkst es, wenn eine Überweisung ausbleibt. Wenn regelmäßig größere Beträge über deine Karte laufen, die dir nicht gehören, ist das der Weg, der die Wahrheit zeigt.
Eine Kategorie oder verteilt?
Viele legen eine eigene Kategorie „Abos“ an. Das hat den Vorteil, dass eine einzige Zeile in der Jahresauswertung die ganze Frage beantwortet. Der Nachteil: Der Sportverein der Kinder landet dann neben dem Streamingdienst, obwohl das für euch zwei völlig verschiedene Dinge sind.
Die Alternative ist, jedes Abo dorthin zu sortieren, wo es inhaltlich hingehört, also den Verein zu den Kindern, die Zeitschrift zur Freizeit, die Cloud zu den Fixkosten. Dann stimmen die Sachkategorien, aber die Abo-Frage lässt sich nicht mehr in einem Blick beantworten. Ein Mittelweg ist, die Sachkategorie zu behalten und zusätzlich eine Markierung oder ein Stichwort zu vergeben, mit dem du die Abos bei Bedarf wieder zusammenfischst.
Und dann?
Aus dieser Liste folgt keine Pflicht zum Ausmisten. Manche Abos sind jeden Cent wert, gerade die, die zwei Erwachsene und drei Kinder gleichzeitig nutzen. Was sich ändert, ist nur die Grundlage: Du entscheidest mit der Jahreszahl vor Augen statt mit dem Monatsbetrag, der immer harmlos aussieht.
Praktisch reicht es, wenn du dir bei jedem Abo notierst, wann es sich verlängert. Dann taucht die Frage in dem Monat wieder auf, in dem sie etwas ändern kann, und nicht drei Wochen danach. Und wenn ein halbes Jahr lang niemand draufschaut, ist auch nichts kaputt: Die Liste steht noch da, wenn ihr das nächste Mal Zeit habt.
Häufige Fragen
Soll ich ein Jahresabo im Monat der Abbuchung eintragen oder auf zwölf Monate verteilen?
Trag es in dem Monat ein, in dem es abgebucht wurde, denn nur so passt dein Haushaltsbuch zum Kontoauszug. Wenn dich stört, dass dieser Monat dadurch nach einem Ausreißer aussieht, notiere daneben den Monatsschnitt oder leg dir für große Jahresposten eine Rücklage an, aus der du sie bezahlst. Beide Zahlen dürfen nebeneinander stehen, du musst dich nicht für eine entscheiden.
Wie finde ich Abos, die ich komplett vergessen habe?
Geh die Kontoumsätze von zwölf Monaten durch, nicht nur von drei, und sortiere sie nach Empfänger statt nach Datum. Wiederkehrende Namen springen dann sofort ins Auge. Danach schaust du separat in die Kreditkartenabrechnung und in die Abo-Übersicht auf deinem Handy, weil diese beiden Wege auf dem Girokonto nur als anonyme Sammelbuchung erscheinen.
Wie rechne ich einen Familientarif mit Geschwistern ab, ohne ständig zu erinnern?
Am ruhigsten läuft es mit einem festen Termin statt mit einzelnen Nachfragen: Einmal im Jahr, kurz nach der Verlängerung, schickst du allen denselben kurzen Hinweis mit dem Jahresbetrag pro Person. Ein Dauerauftrag über einen kleinen Monatsbetrag funktioniert auch, wirkt für manche aber zu förmlich. In deinem Haushaltsbuch trägst du den vollen Betrag ein und die Rückzahlungen gegen dieselbe Kategorie.
Gehört der Rundfunkbeitrag zu den Abos?
Formal ist er kein Abo, sondern eine Abgabe pro Wohnung, und du kannst ihn nicht kündigen. Im Haushaltsbuch verhält er sich trotzdem genau wie eines: feste Summe, fester Rhythmus, meist im Quartal, läuft per Lastschrift ohne Entscheidung. Wenn dich die Kategorie „Abos“ zu sehr nach Wahlfreiheit klingt, leg ihn zu den Fixkosten neben Miete und Versicherungen.
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