Taschengeld im Haushaltsbuch abbilden
Nicht die Erziehungsfrage, sondern die Buchungsfrage. Fester Betrag, Bezahlung für Aufgaben oder Zahlen auf Zuruf machen mit deinen Zahlen sehr Unterschiedliches, und die dritte Variante überrascht die meisten.
Ob Kinder Taschengeld bekommen sollen und wie viel, entscheidet jede Familie für sich. Hier geht es um etwas anderes: Was macht die gewählte Variante mit deinen Zahlen, und warum sehen die Ausgaben für die Kinder je nach Modell so unterschiedlich aus.
Das ist keine Kleinigkeit. In vielen Haushaltsbüchern ist die Kategorie Kinder die am schlechtesten erfasste überhaupt, und meistens liegt das nicht an vergessenen Buchungen, sondern daran, wie das Geld an die Kinder kommt.
Der feste Betrag
Das Kind bekommt regelmäßig einen festen Betrag, wöchentlich bei kleineren Kindern, monatlich bei größeren, oft per Dauerauftrag auf ein eigenes Konto, sobald eines existiert.
Für die Buchführung ist das die sauberste Variante. Es entsteht eine wiederkehrende Buchung mit gleichem Betrag, sie ist planbar und sie taucht garantiert auf. Was danach mit dem Geld passiert, ist nicht mehr Teil deines Haushaltsbuchs, und das ist ausdrücklich kein Verlust: Es sind die Ausgaben des Kindes, nicht deine.
Der Preis dieser Variante ist gering, aber es gibt einen: Wenn dein Kind sein Taschengeld aufgebraucht hat und trotzdem etwas braucht, entsteht ein Grenzfall, und wie ihr den behandelt, entscheidet darüber, ob die Zahl im Buch noch etwas bedeutet.
Bezahlung für Aufgaben
Manche Familien koppeln Geld an Tätigkeiten: Rasen mähen, Auto waschen, den Keller aufräumen. Erzieherisch wird darüber viel gestritten, buchhalterisch bringt es vor allem Unregelmäßigkeit.
Die Beträge schwanken, sie kommen unregelmäßig, und sie werden oft bar aus dem Portemonnaie bezahlt. Genau diese drei Eigenschaften sorgen dafür, dass sie im Buch fehlen. Wenn ihr dieses Modell nutzt, hilft es, die Zahlungen an einen festen Zeitpunkt zu binden, etwa alle Ausgaben dieser Art am Sonntagabend zusammenzufassen und zu buchen.
Zahlen auf Zuruf
Es gibt kein festes Taschengeld. Wenn das Kind etwas braucht oder möchte, wird im Einzelfall entschieden und dann bezahlt: das Eis am Nachmittag, das Kinoticket, die Sammelkarten, das Handyguthaben.
Das ist die Variante, die die meisten Familien im Alltag tatsächlich leben, und es ist zugleich die, bei der die Zahlen am stärksten leiden. Es gibt keine wiederkehrende Buchung, an die du dich halten kannst. Stattdessen entstehen zwanzig kleine Zahlungen im Monat, verteilt über Bargeld, Karte und die eine Überweisung, die du abends vom Sofa aus gemacht hast.
Die Folge sehen viele erst nach einem halben Jahr: Die Kategorie Kinder wirkt klein, obwohl die Kinder ganz sicher nicht wenig kosten. Das Geld ist nicht verschwunden, es liegt verstreut unter Lebensmitteln, Freizeit und Bargeld. Wer wissen will, was ein Kind im Monat kostet, bekommt in diesem Modell keine Antwort, sondern eine Vermutung.
Wie du es sichtbar machst, ohne alles umzustellen
Du musst dafür euer Familienmodell nicht ändern. Es reicht, zwei oder drei Festlegungen zu treffen und sie durchzuhalten.
- Leg fest, was in die Kategorie Kinder gehört und was nicht, zum Beispiel: alles was ausschließlich für ein Kind ist, aber nicht der Anteil am gemeinsamen Einkauf.
- Sammle die Zahlungen auf Zuruf zu einer Wochenbuchung, statt sie einzeln nachzutragen, denn wöchentlich einmal schaffst du, zwanzigmal im Monat nicht.
- Führe größere wiederkehrende Posten wie Kita-Beitrag, Musikschule, Sportverein oder Klassenfahrten getrennt von den kleinen Alltagsbeträgen, sonst verschluckt der eine große Posten alle anderen.
Die dritte Festlegung wird oft unterschätzt. Wenn Kita-Beitrag und Eisdiele in derselben Kategorie liegen, siehst du am Monatsende nur den Kita-Beitrag, und alles andere ist Rauschen unter einer großen Zahl.
Kindergeld und wem das Geld gehört
Das Kindergeld landet auf einem Konto und wird in den meisten Haushalten einfach mitverbraucht, ohne dass jemand es je einer Ausgabe zugeordnet hätte. Buchhalterisch ist es eine Einnahme des Haushalts wie jede andere, und es spricht nichts dagegen, es so zu behandeln.
Manche Familien führen es getrennt, um zu sehen, ob die Ausgaben für die Kinder darüber oder darunter liegen. Das ist eine legitime Auswertung und meistens ein ernüchternder Moment, weil die Ausgaben für ein Kind sehr schnell größer sind als jede Zuwendung. Es ist auch eine Auswertung, die niemand braucht, um gut zu wirtschaften. Wenn sie euch nur unter Druck setzt, lasst sie weg.
Wenn das Kind ein eigenes Konto bekommt
Irgendwann bekommen viele Jugendliche ein eigenes Girokonto, und ab dann verschiebt sich die Grenze deines Haushaltsbuchs. Was du überweist, ist deine Ausgabe. Was das Kind damit macht, gehört in sein Buch, wenn es eines führen will.
Das ist ein guter Zeitpunkt, die Zahlungen auf Zuruf zu reduzieren, nicht aus erzieherischen Gründen, sondern weil eine Überweisung im Monat leichter zu verfolgen ist als vierzehn Einzelzahlungen. Und wenn es doch beim Zwischendurchbezahlen bleibt, sammle es zu einer Wochenbuchung. Das ist ungenau, aber es ist deutlich näher an der Wahrheit als eine Kategorie, in der fast nichts steht.
Häufige Fragen
Wie erfasse ich Taschengeld im Haushaltsbuch?
Als normale Ausgabe in einer eigenen Kategorie, am besten getrennt von den übrigen Kosten fürs Kind. Bei einem festen Betrag entsteht eine wiederkehrende Buchung, die du einmal anlegst und danach kaum noch anfassen musst. Was das Kind mit dem Geld macht, gehört nicht mehr in dein Buch, sonst erfasst du denselben Euro zweimal.
Warum wirken unsere Ausgaben für die Kinder so niedrig?
Meistens, weil das Geld nicht in einer Buchung fließt, sondern in vielen kleinen: Eis, Kinoticket, Guthaben, Schulbedarf, jeweils nebenbei bezahlt und dann unter Lebensmitteln oder Freizeit gelandet. Wenn du diese Zahlungen einmal pro Woche zusammenfasst und in eine eigene Kategorie buchst, sieht das Bild nach zwei Monaten deutlich anders aus.
Soll ich das Kindergeld als Einnahme erfassen?
Ja, es ist eine Einnahme des Haushalts und gehört zu deinem verfügbaren Geld. Ob du es zusätzlich getrennt ausweist, um es mit den Kosten fürs Kind zu vergleichen, ist Geschmackssache. Die Rechnung geht in fast jedem Haushalt zugunsten der Ausgaben aus, und wenn dieser Vergleich nur Druck erzeugt, bringt er dir nichts.
Wie buche ich, wenn mein Kind sein Taschengeld schon aufgebraucht hat?
Entscheide einmal, wie ihr diesen Fall behandelt, und halte dich daran. Manche Familien geben nichts zusätzlich, andere zahlen aus und ziehen es beim nächsten Mal ab, wieder andere zahlen es als normale Ausgabe für das Kind. Alle drei Wege sind buchbar. Unbrauchbar wird es nur, wenn mal so und mal so verfahren wird, weil dann keine Zahl mehr eine Bedeutung hat.
Nimm dir einen Monat
Fambook gibt einem Haushalt ein gemeinsames Buch: Jeder trägt in Sekunden etwas ein, an jeder Buchung steht, wer es war, und der Monat summiert sich an einer Stelle statt an zweien. Es schreibt ohne Netz und synchronisiert danach. Buchen, Kategorien, Budgets, Auswertungen, CSV-Import und -Export, Synchronisierung und das Teilen zu zweit sind kostenlos — das Abo kauft dir nur weniger Tipparbeit.